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In der Küche stehst du, in einer Hand die leere kompostierbare müllbeutel, Joghurthülle, in der anderen die Bananenschale. Offensichtlich ist das so, oder? Biologische Abfälle links, Verpackungsmüll rechts. Leider ist es jedoch nicht immer so eindeutig. Gerade wenn Verpackungen mit „kompostierbar“ oder „biologisch abbaubar“ angepriesen werden, glauben viele, dass sie diese einfach in die Biotonne werfen können. Hier liegt genau das Problem.

Die Biotonne dient ausschließlich der Entsorgung organischer Abfälle – dazu zählen Küchenreste, Obst- und Gemüseschalen, Kaffeefilter sowie Teebeutel ohne Metallklammer. Plastik, selbst wenn es auf den ersten Blick ökologisch aussieht, gehört nicht dazu. Weshalb? Da der Kompostierungsprozess in den Anlagen wesentlich kürzer ist als die Zersetzungsdauer vieler vermeintlich kompostierbarer Kunststoffe. Viele dieser Produkte benötigen Wochen oder Monate, um sich zu zersetzen – aber in der Kompostieranlage geht alles mit Hochdruck voran. Wer nicht mithalten kann, wird im Restmüll entsorgt.

Das Resultat: Höherer Aufwand, geringere Qualität des Komposts. Dies betrifft nicht nur die Maschinen, die das Plastik kaum vollständig trennen können, sondern auch den Endverbraucher. Plastik im Kompost führt zu Mikroplastik im Boden – und niemand möchte, dass der Salat aus dem Garten neben Vitamin C auch ein Stück Tüte enthält.

Und wie ist die Situation bei Papiertüten? Obwohl sie wie eine bessere Option erscheinen, ist dies nur teilweise der Fall. Viele sind mit einer Beschichtung versehen und zerfallen ebenfalls nur allmählich. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, verwendet besser altes Zeitungspapier zum Einwickeln von Bioabfällen.

Trotz vieler Aufklärungskampagnen – wie Plakate, Flyer und sogar Reime auf Brötchentüten – landet immer noch viel zu viel Plastik in der Biotonne. Es wäre so einfach: Plastik und Restmüll in die eine Tonne, organische Abfälle in die andere. Wer ordentlich trennt, trägt zu einer besseren Komposterde und einem gesünderen Boden bei.

Die Biotonne dient nicht der Bequemlichkeit, sondern der Verantwortung. Es kann jeder teilnehmen. Trennen kann jeder. Und jeder Kompostwurm wird dir dankbar sein.